- bildstörung

Diaprojektive Leseshow “Bildstörung” from volks bild on Vimeo.

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Kurt Mondaugen & volks-bild.com

Bildstörung

Der Leipziger Performancekünstler und Autor Kurt Mondaugen und das in Berlin ansässige Volks-Bild Archiv für anonyme Privatfotografien  der Künstlerin Susanne Wehr, entwerfen im Rahmen ihres gemeinsamen Projektes  „Bildstörung“ textuelle Umnutzungs- und Nachbearbeitungsstrategien für anonyme Diabild-Sammlungen. Deutsche Familien- und Urlaubserinnerungsbilder aus den letzten 50 Jahren werden öffentlich zugänglich gemacht und dabei zugleich literarisch-performativen Verfremdungsprozessen unterzogen.

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Das Projekt BILDSTÖRUNG ist auf der Internetseite www.volks-bild.com ab Montag, den 31. August 2009 verfolgbar. Jeden Montags wird ein neuer Beitrag des Gemeinschaftsprojektes veröffentlicht ! Kostenlos auf der Website zu abonnieren über RSS Feed oder  Newsletter

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BILDSTÖRUNG 1

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FAMILIENBESUCH später

SIE: UNSERE Erinnerungen sind nicht so! So hängen WIR doch nicht an der Wand. Auch später mal nicht eines Tages – zumindest hätte ich das nicht gern, ehrlich gesagt, und eigentlich war das auch mal nicht so gedacht damals insgesamt, eher so Zufall, dass die da alle zusammen drauf sind! Ist das nun eigentlich deine Tante Helga? Aber warum guckt die denn so grimmig? Die guckt gar nicht grimmig?! Doch, doch, und DU guckst schon genauso wie DIE! Und Onkel Heinz, der war doch immer besoffen eigentlich, kenn ich nur so jedenfalls, das Grinsen. Und Tante Erika neben ihm, na ja, da kann ja keiner was für eigentlich, aber die Rita ganz links, die hatte echt ihren Anteil dran irgendwie, weiß auch nicht mehr, ob der sie sitzen gelassen hat oder sie ihn, jedenfalls immer so dicke getan hat sie von heute aus gesehen gar kein Grund dafür gehabt, hat sie nicht, du auch nicht übrigens, hätte mal lieber den Dingens nehmen sollen und kleinere Brötchen backen, sag mal, war der eigentlich Bäcker oder so was? – Mein Gott, ich vergess’ schon die Hälfte! Nee, die selber war Friseuse, immer schon so ’ne Plappertasche gewesen von Berufs wegen, hat ihr aber auch nichts genützt letztlich. Wieso jetzt: ich auch?! Das musst du mir jetzt bitte noch mal erklären! So, so: Wir wollen uns doch jetzt mal nicht streiten wegen dieser Scheiß-Fotografie, meinst du?! Ich schon, will ja später mal nicht an der Wand hängen wie die da alle! Was das eine mit dem anderen zu tun hat?! Ich bitte dich!

ER: Können wir nicht einfach die Figurenverwaltung ändern in all diesen Fotografien, verwechsele einfach Tante Helga mit Onkel Heinz und schon guckt sie nicht mehr so grimmig oder er ist ein wenig seltener besoffen heutzutage kann man das doch alles nachbearbeiten irgendwie mit Photoshop – auch unsere Erinnerungen da an der Wand.

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BILDSTÖRUNG 2

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Totsein in Bildern

In die Scheiß-Erinnerungen gehen. Urlaube und so Sonnenbrillen aufsetzen, immer dunklere Sonnenbrillen für diese Scheiß-Erinnerungen an uns, ungefragt bis sie blind werden vor Schmerz schwarz umherirren. Oder aber die Motive wieder finden. Welche Motive verdammt? Ich habe kein Motiv, kein Gefühl abgeschnitten von damals das Sperma getrocknet die Vergangenheit in mir oder dir, sag schon, frag dich, warum wir in den Bildern umherfuchteln, in den Erinnerungen plötzlich rumschreien oder nur so tun, als wäre es nicht so schlimm, halb so schlimm hindurchstürzen am liebsten plötzlich in den Anfang hinein in die Fotoapparate, die Scheiß-Auslöser noch einmal auslösen würden wir und die Belichtungszeiten verlängern, noch einmal nachdunkeln wollen, von heute aus gesehen das GANZE verdammte Bildmaterial verschwenden, Erinnerungen doppeln. Als gäbe es nicht noch anderes zu fotografieren: zum Beispiel unsere Herzen von damals, unsere Lügen, die durchlaufen immer schneller werdend bis heute irgendwelche Dias an die Wand werfen, mit den Worten nicht hinterherkommen beim Sprechen die Sachen endgültig nicht mehr zusammen kriegen wollen lieber früher als später: Bildanfälle und dann dieses Tot-sein-in-Bildern!

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BILDSTÖRUNG 3

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Was bleibt

DAS MEER WIEDER ZUSAMMENKLAPPEN

Ordentlich zusammenfalten den blauen Himmel bis nächstes Jahr

Ein paar Wolken auch und den Gin-Tonic in der Hafenkneipe am Pier

Die Sommerröcke in den Schrank stapeln

Und diese modernen Radfahrerhosen

und das Nachmittagslicht

einsortieren das Glück, die Schiffe

und die Strandkörbe voller Orgasmen

Sperma wo es keiner vermutet, überall

im Sommer geht eben alles, sagst du

und wir hätten noch mehr Phantasie

DAS KANNST DU DIR EINRAHMEN LASSEN

dieses Dia, wirklich!

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BILDSTÖRUNG 4

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Ganz in Urlauben leben

Wieso, verdammt, ist immer Urlaub in diesen Bildern, fragst du verzweifelt und starrst in die Motive, und ich denke mir irgendwelche Antworten aus: weil Urlaube der Anfang sind von allem zum Beispiel – wie wäre das?! – oder der einzige Ort, wo wir wirklich zusammen leben können von heute auf morgen oder wo es auch später noch nie zu spät ist für uns – warum ich das sage und ob die wirklich von UNS handeln, diese Urlaube, diese Urlaubsfotos?! – glaub’ ich nicht oder doch eigentlich, dass die sich noch an uns erinnern irgendwann und in uns herumsprechen diese Bilderbuchfotos und eines Tages sagen: weißt du noch?! – weißt du noch?! – oder: siehst du noch diese Palmen auf dem Weg nach Marokko oder Marrakesch oder zu den Makkaroni-Essern in Südsizilien, immer dasselbe letztlich, das Nordkap, Kap Horn oder Kappadokien, Kap Arkona oder der guten Hoffnung, nie wirklich aufgebraucht zu werden von diesem Leben, ja das hätten wir gern: Ganz in Urlauben leben! – Ganz wir selbst sein, ohne Fragen, jeden Tag uns wirklich an uns erinnern. Das meine ich, sagst du verzweifelt, doch!!!

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BILDSTÖRUNG 5

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Suchfunktion

Und ein Mann sitzt auf so ’nem Plasteklappstuhl vor so ’nem runden Plastiktisch da vor so ’ner futuristischen Imbissbude aus Plastilin oder aus so ’nem Film von Stanley Kubrick, und er kaut gerade das letzte Stück Bratwurst runter oder Sushi oder was die dort gegessen haben damals, in Zukunft, jedenfalls sieht man es nicht so genau. Und er hat eine Sonnenbrille auf und seine Finger glänzen von altem Fett wie seine Haare ein wenig, und den Mantel hat er über einen der acht leeren Stühle gehängt im Bild, und ein in die Jahre gekommenes Liebespärchen bestellt sich im Hintergrund Pommes mit Kaffee bei der Wirtin vermutlich von der Imbissbude, während weiter rechts ein zweites Pärchen hinter einer Säule versteckt wie seit Jahren miteinander unsichtbar ins Leere starrt – Hänsel und Gretel mit dem Rücken zum Hexenhaus: „Knusper-Knusper-Bratwürstchen“ – und im Hintergrund Schiffe im Hafen vor sich hin schaukeln und vom linken Bildrand aus diese ältere Frau mit traditionell gestrickter Wollmütze das ganze Stillleben wie durch eine Milchglasscheibe beobachtet wahrscheinlich oder durch das Loch in ihrer Bratwurst mit ihren Kontaktlinsen, als ob sie etwas sucht, oder sie fragt sich was, oder sie fragt gleich mal UNS, was das alles bedeuten soll, frag mich nicht, sag ich, was wir hier suchen sollen in diesem Bild, und ob da etwas versteckt ist drin für uns, ein Geheimnis zum Beispiel, flüsterst du, und ich murmele: Keine Umstände bitte! Um Gottes willen, mach uns bitte keine mysteriösen Umstände! Und dass nicht alles immerzu etwas zu bedeuten hat, verdammt, dass alles ist, wie es ist und nur fotografiert wurde eben und nichts weiter verdammt, alles ist sichtbar und gut ausgeleuchtet oder glaubst du wirklich, jemand hätte da irgendwelche Gegenstände drin versteckt in den Fotos immer, die wir nur suchen müssten? Ja natürlich, sagst du, und was ich denn glaube und dass diese Gegenstände dazu da sind, irgendwas in unserem Leben wieder GRUNDSÄTZLICH in Ordnung zu bringen, wenn wir sie finden, und dass du ja in all diesen Bildern schon immer noch etwas ANDERES gesehen hast als ich: Risse im Hintergrund zum Beispiel, beim genaueren Hinsehen, aus denen Leute herauskommen oder irgendwelche unerklärlichen Gefühle oder Tiere, tote Hasen zum Beispiel sind dafür besonders geeignet, eingewickelt in irgendwelche Filzmatten, mit Honig beschmiert und Bratwurstfett aus dem Fettabscheider dieser Pommesbude zum Beispiel da. Denen kann man die Urlaubsbilder wenigstens noch erklären, den toten Hasen und Beuys wusste das sowieso alles besser, und ob er das vielleicht selber ist da mit der Sonnenbrille oder lieber der Filzmantel, der dort über dem Stuhl hängt, metaphorisch gesprochen? – Und das übernächtigte Pärchen an der Pommesbude da, das sind wir? – frag ich – und wir bestellen uns gerade Kaffee mit Zitrone gegen die Kopfschmerzen oder die Kopfschmerztabletten von heute oder gestern oder wir sind doch Hänsel und Gretel und die Zahl der freien Plastikstühle im Bild entspricht der Anzahl der Jahre, die wir noch zu leben haben, da sind die Umstände dran schuld, sagst du und ich solle besser ganz von allein an die Erinnerungen glauben und das Meer und die Boote dahinter, die Pommesbuden und die leicht verfremdeten Bratwürste sowieso. Es muss doch was bleiben von unserem Leben und diesem Foto!

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BILDSTÖRUNG 6

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UNSERE BESTEN FOTOS – UNSERE BESTEN JAHRE

Und wir hatten das alles gestellt damals

Das waren unsere schönsten Momente

Von Anfang an bis heute

Vor der Kamera

Wir übten das Glück

Cheese oder Käse zu sprechen

Vor großen Kulissen

Keinen Schritt weiter

Nicht weiter rückwärts

Das war unsere beste Zeit

An nichts kann ich mich besser erinnern

Als daran wie wir dieses Erinnerungsfoto machten für später

Weiter vorn im Leben

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BILDSTÖRUNG 7

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Privatgeschichte

Und dann kehrten wir aus dem Urlaub zurück, im Kongo wurde Patrice Lumumba erschossen und Nikita Chruschtschow zog in der UNO-Vollversammlung seinen Schuh aus und knallte ihn auf den Tisch und sagte irgendwas Peinliches und die Mauer wurde gebaut und dann kam die Kuba-Krise. Und Christa Wolf in der DDR schrieb den „Geteilten Himmel“ und dann starb Oma Helene und wir fuhren wieder in Urlaub. Und Tante Helga heiratete zum zweiten Mal diesen Matrosen aus Lübeck. Und Adenauer trat ab und im Nahen Osten gab es Sechs Tage Krieg und wir kehrten aus dem Urlaub zurück und der nächste James Bond kam heraus und Jürgen Habermas nannte Rudi Dutschke einen Linksfaschisten und Ho Chi Minh starb und Nixon musste wegen Watergate zurücktreten und in Kambodscha kamen die Roten Khmer an die Macht und wir fuhren wieder in Urlaub und die Dead Kennedys sangen dazu: „Holiday in Cambodia“ und Onkel Heinz in Kiel ging mit seiner Spedition pleite und beging Selbstmord, Heiner Müller schrieb „Hamletmaschine“ und wir kehrten aus dem Urlaub zurück und auch Ayatollah Chomenei kehrte aus seinem Pariser Exil zurück in den Iran, weil der Schah gestürzt war. Und die Sandinisten stürzten Somoza und Onkel Max stürzte von der Gartenleiter in Berlin-Lichterfelde und brach sich das Schlüsselbein und wir fuhren wieder in Urlaub. Und im Osten wurden irgendwelche SS 20 stationiert und jemand fällte den NATO-Doppelbeschluss in Brüssel und Breshnew starb irgendwie endlich doch noch und wir kehrten aus dem Urlaub zurück. Und Ronald Reagan hatte diese Contra-Affäre am Hals und Michail Gorbatschow den Afghanistan-Krieg und der nächste James Bond kam raus und er spielte in Afghanistan und Tante Rita starb und Tante Helga heiratete zum dritten Mal diesen Matrosen aus Lübeck, diesmal in einem blauen Kleid. Und wir fuhren wieder in Urlaub und kehrten daraus zurück als Ronald Reagan plötzlich Michael Gorbatschow seinen Freund nannte oder umgekehrt. Und die Mauer fiel. Und wir fuhren zum Urlaub in den Osten und sahen Tante Monika wieder nach all den Jahren und Saddam überfiel Kuweit. Und Boris Jelzin wurde Alkoholiker und russischer Präsident und Heiner Müller starb und Ronald Reagan bekam Alzheimer und wir kehrten aus dem Urlaub zurück wie jedes Jahr. – Ja, so haben wir gelebt damals, ganz einfach so. Und die Dias gibt es auch noch alle davon. Bis heute.

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BILDSTÖRUNG 8

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Bildbesprechung

Und ich frage, wo wir hier überhaupt sind und was diese verdammten Bilder mit uns zu tun haben, und du sagst, dass ich das früher schon mal irgendwie besser kapiert hätte, und ich soll doch das Bier gleich mal wieder schön zurück in den Kühlschrank stellen, verdammt, sage ich, immer diese Erinnerungen von irgendwelchen toten Leuten, die da so zwischen uns herumstehen, und was das mal werden soll, wenn’s fertig ist, eine BILDBESPRECHUNG, sagst du, eine verfickte Bildbesprechung schon wieder natürlich und wie das überhaupt gehen soll?! – schreie ich – und dass meine Großmutter auch nur Warzen besprechen konnte, aber keine Bilder und dass die dann auch davon weggegangen sind, die Warzen, was diese Fotos hier irgendwie nicht tun gerade, fuck! – und dass da FLUCHEN garantiert auch nicht weiterhilft übrigens, glaubst du, sagst du, und dass wir beide jetzt da irgendwie durchmüssten, wenn wir unsere Beziehung irgendwie retten wollen – so ’ne Scheiße! – und dass ich mir endlich einen neuen Text einfallen lassen soll für dieses Bild hier und eine neue Gestik und Mimik natürlich auch für die Hauptfiguren, die da aufeinander einreden jetzt unaufhörlich schon immer, als ob das UNSERE Worte wären, murmelst du, als ob ich das nicht selber wüsste, oder auch so ausdrücken könnte, überhaupt, gibt es da überhaupt jetzt noch was zu besprechen, und meinst du das wirklich so mit diesen Fotos immer, dass ich sie für die eigenen Kopfschmerzen benutzen soll mit dir, klärt das jetzt irgendwas, dass wir hier unaufhörlich immer wieder dieses Bild besprechen oder schon das nächste und in den Gefühlen fremder Leute herumfaseln, stakkato, und nicht aufhören können damit, als gäbe es da echt was zu kapieren für uns?! – was ich damit meine?! – schreist du und ob mir nichts anderes einfällt als immer wieder zurückzufragen, wo wir hier eigentlich sind, und ob ich mir jetzt nicht doch endlich mal ’n Bier aus’m Kühlschrank holen kann einfach, weil das würde die Sache irgendwie klarer machen vielleicht, und ob wir uns da überhaupt nicht nur in was reingeredet haben?! – frag ich, fragst du: wie kommen wir da nur wieder raus verdammt?! – und kannst du jetzt nicht mal kurz irgendwas ERLÖSENDES sagen, bitte, für die Beziehung?! – Ich glaube: da hilft nur: Rausreden! – einfach: SICH-RAUSREDEN-AUS-DEN-BILDERN, irgendwie!

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BILDSTÖRUNG 9

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Das ist doch alles so gewesen

Genau so ist es gewesen

Das wissen die gar nicht

Aber

Genauso hab ich es gefühlt

Wieder und wieder

so würde es kommen

So würden wir uns verdrehen

Eines Tages

Für das Glück in unseren Bildern

Gestern und morgen

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BILDSTÖRUNG 10

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Bildbeschönigung

Ich beschönige nichts mit diesen Bild-Beschönigungstools immer, diesen Scheiß-Photoshops! Ich beschönige nichts heute wieder und wieder dein Lächeln Liebste nichts ist so wie es war damals zwischen uns diese Bilder jetzt die schwarz werden vor Sehnsucht und VERLÖSCHEN wollen, kleine Buddhas irgendwie all diese Bilder sagst du sind ja auch nur Menschen, wir fühlen sie und sie lagern sich in uns ab diese Erinnerungen treiben Stollen tief in unsere Körper in Fleisch und Knochen und in der Kamera zerbröselnde Bilder sagst du wären schön wären so wie diese Augenblicke einer vergessen wie der andere wie in sich gekehrte kleine Boddhisattwas ewig verlöschend, ewig wiederkehrend du wiederholst dich Liebste zwischen den Dias kein bisschen Schmerz kein bisschen Erinnerung nur irgendwelche Gedanken – einander glücklich vergessend. So soll es sein sage ich und beschönige nichts weiter bis du schwarz wirst Liebste kann ich warten auf diesem Bild bald selber.

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Bildstörung 11

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PROPHEZEIUNG

Und ich frage: wozu ist dieses Bild da? und du sagst: Bilder erfüllen sich und man muss sie nur lange genug anstarren und den Fotografien Namen geben oder so, irgendwelche Namen, die richtigen Namen jedenfalls wie die Indianer immer sagen oder die Zirkusartisten und sie dann in irgendwelche magischen Praktiken einbinden natürlich, diese Bilder, und auf die Kontexte achten dabei immer wieder auf die Kontexte jedenfalls, dann erfüllen sie sich wie versprochen unaufhörlich und du wirst dort hinreisen und das ALLES mit irgendwelchen Erklärungen versehen eines Tages von selber, sagst du, frag ich, fühl ich, eigentlich sind Fotografien doch auch nur irgendwelche Gegenstände zum Beispiel – wie im Trance ABER murmelst du zurück, sie können die Dinge zum Schmerzen bringen und dass dies eine Bildbeschwörung ist verdammt und ich solle endlich den Kasper machen, mein Gott warum auch nicht, sag ich – ein altes Hobby von mir: mir für nichts zu blöd sein niemals – steige also in dieses Bild, in dieses Zirkuskostüm, in meinen Kafkanautenanzug oder ein Käfer könnte ich jetzt vielleicht auch noch sein und starre aus dem Foto heraus auf UNS zu und auf alles und spreche dir nach:

Bilder erfüllen sich!

Immer wieder: Bilder erfüllen sich!

– Ineinander fotografiertes Entsetzen!

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Bildstörung 12

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Monika

Sich alles selber ausdenken müssen

sich die Mähdrescher ausdenken müssen, die über die Felder gehen, am Ende des Sommers draußen

die Mundharmonikas und die Monikas auch

in den Hotelzimmern

sich alles ausdenken müssen eben:

das Licht, das hereinfällt, die Einbauschränke, die Bob-Dylan-Musik aus dem Nachbarraum

selbst die Spannlaken auf den Betten

und das Gegenteil:

überspannte Ficke

in Urlaubsstimmung

später liebten wir uns wirklich, weißt du noch

oder haben wir uns das nur ausgedacht,

Monika?

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Bildstörung 13

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IM RÜCKSPIEGEL

Im Rückspiegel sitzen, wohin wir fuhren damals und auch die Erklärungen finden im Rückspiegel beim Fotografieren uns selber wer wir waren und wie wir es meinten im Selbstauslöser oder was hast du gewollt damit, als du uns so fotografiertest, du musst es doch wissen wozu ich dieses Bild erinnern soll schon wieder damals und heute und in welche Gegend wir fuhren, was wir meinten damals mit dieser Fotografie ANDERES als uns immer nur Worte zu sagen und dann diese quälende Nachmittagssonne von vorn links und unsere Körpersprache, waren wir das wirklich, reflektiert wie immer im Licht irgendwelcher Erklärungen und wir sprachen von Kafka oder so toten Existenzialisten vermutlich, von Descartes oder Luhmanns Systemtheorie, dem Beobachter des Beobachters, mein Gott, wie verkopft wir waren damals, ohne zu leben im Augenblick, irgendwelche Mantras fristeten ihr Dasein jedenfalls anderswo, kümmerliche OM!s, kaum Anhaltspunkte, keine Verlässlichkeiten außer diese starrsinnigen Blicke immer aus dem Autofenster, gerahmte Bilder, die mit sich selber sprachen wieder und wieder da draußen und uns nicht brauchten damals nicht wie heute im Vorbeirauschen die Frage: was tun mit diesen ewigen Rückspiegeln, in denen wir etwas sehen, was wir nicht selber sind womöglich und dann noch sich so Sachen sagen hören wie: Das ist doch kein Bild, das kommt nicht wirklich wieder! Oder: Bilder betäuben, Bilder erklären nichts!

„Fahr! Weiter! Mensch! Wohin! Auch! Immer!“

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Bildstörung 14

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SO WIRD DAS NICHTS,

schreist du beim Fotografieren

so werden wir nichts

so sind wir noch nie was geworden

verdammt

sag es jetzt

Cheese oder Cheeseburger

In die Kamera

Käse oder Käsekuchen

glauben die Indianer

kann man nicht ablichten

wie die Seele

oder so

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Bildstörung 15

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Hollywoodschaukel

Das warst du, das war unsere Familie, unsere Kinder und unsere Hollywoodschaukel. Und was hast du gedacht damals, in diesem Moment? Du musst es doch wissen, was das da gewesen ist mit uns an diesem Nachmittag früher oder später als wir so lebten immer bei Kaffee und Kuchen und warum ihr alle weggeschaut habt immer, wenn ich euch fotografierte, später sangen wir noch zusammen und unsere Kinder träumten davon, nach Hollywood zu gehen und/oder Astronaut zu werden, nach der Scheidung dann doch nicht mehr und die Hollywoodschaukel haben wir bei Ebay versteigert, glaub ich, sag schon was, oder ist das hier Cape Canaveral, bitte kommen?!

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Bildstörung 16

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BILDAUSFAll

Und ich frage: Fehlt da jetzt nicht ein Bild? Und du sagst: Es fehlt IMMER ein Bild, eine Verbindungslinie zwischen unseren Urlauben, Erinnerungen, Gefühlen von damals und dafür, sagst du, gibt es auch keine Fotografie, kein Bild, nur Schilder mit irgendwelcher Schrift. – Aber es muss doch etwas geben hinter der bloßen Nummerierung der Tage oder Bilder, die doch nicht ausfallen können einfach so, obwohl wir sie nötig haben oder das nützt jetzt alles nichts oder doch denke ich schon an NACHBESTELLUNG und schreie: ich möchte dieses Foto nachbestellen! – Aber Gefühle kann man nicht nachbestellen, murmelst du, verdammt, warum auch immer! So ’n Quatsch!

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Bildstörung 17

volks-bild Januar 09 /08

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Schwebebahnen/Zustände

So ging es uns damals: Alles in der Schwebe halten und nicht loslassen können oder wollen wollten wir und dass wir noch Sex hatten miteinander, verunklarte die Dínge wie immer nur zusätzlich, und die Talstation war noch nicht erreicht eben, nur im Vordergrund saßen irgendwelche Murmeltiere und murmelten. Weil: die wussten schon, wie alles ausgeht.

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Bildstörung 18

volks-bild 01411209

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Wie ich immer so drauf bin

Lächerlich diese Fotos immer, für die ich aus der Tür trete zu dir an diesem Morgen oder jenem und überhaupt war das mein Hobby damals, mir für nichts zu blöde zu sein in der Beziehung, für nichts zu lächerlich eigentlich diese Erwartungen immer zu erfüllen an mich und diese Fotografien immer, all diese Fotografiererwartungen verdammt, diese erstarrten Posen und umgekehrt Sprüche dazu aufzusagen: so bin ich eben, mein Schatz! und: schön, dass du da bist! und: nimm mich so, wie du mich haben willst! mein Gott! und ich winke dir sogar noch zu in diesem unschlagbar geschlagenen Moment oder am nächsten Tag, Tag für Tag. – Und hör’ auf so dazustehen! flüstertest du vielleicht manchmal zurück, und küsstest mich mit deinen schmollkühlen Lippen, so will ich dich nicht sehen! – Aber so bin ich doch, wiederholte ich vielleicht wieder und wieder bis heute oder morgen, etwas zu häufig vielleicht, mag sein, und man muss dazu stehen, wie man da rumsteht und fotografiert wird immer blöde grinsend in diesen Bildern, dem Filmmaterial von gestern oder manchmal auch Schnee, dann ist alles möglich, wenn man das aushält auch jetzt noch und sich wieder finden will in all diesen lächerlichen Fotos und sich nicht einfach übersieht und verleugnet und es lässt sich ja eh nichts zurücknehmen nie, Fotografien nicht jedenfalls, schreie ich, alles nur ertragen, und du solltest mich doch nur sympathisch finden irgendwie damals und es war auch gar nicht peinlich zu erstarren für dich früher in irgendwelchen lächerlichen Haltungen, die wir später jedenfalls daraus machten, als die Liebe schon wegbelichtet war, mit dem nächsten Diafilm und du wissen wolltest, ob ich das wenigstens einmal auch so gemeint habe wirklich damals oder ob das von Anfang an nur für das Foto gewesen ist: das Lächeln und Winken, jetzt mal ehrlich, und das hast du eigentlich nicht erwartet von mir oder doch eigentlich immer schon! Gewusst! Verdammt! –

Wie ich immer so drauf bin auf den Fotos …?! – Weiß ich nicht!

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Bildstörung 19

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HINTERGRÜNDE

Aber es kommt wirklich auf den Hintergrund an wie es uns ging sagst du damals oder heute und dass die Schatten besser ausgeleuchtet werden müssten, weil Hintergründe irgendwie das Wichtigste von allem sind zum Beispiel irgendwelche Dinge im Hintergrund halten kann man zwischen uns die Erinnerungen an irgendwelche Stundenhotels, wenn es dringend war weißt du noch: deine Liebe, wechselnde Fahnen im Seewind, das Klirren der Segel, Hafenpromenaden, austauschbare Kulissen, irgendwelche Meinungen zu haben im Hintergrund von später aus gesehen kann man auch die Hintergrundüberzeugungen wechseln im Zweifelsfall sagtest du immer oder zum Beispiel die Gefühle, wenn wir so dastanden oder dastehen und deine Hand auf meiner Schulter worauf es ankommt eben: sich mit Hintergründen auskennen, sich in Hintergründen zurechtfinden, mit Hintergründen irgendwie zurechtkommen oder in Hintergründen verschwinden zur Not wieder und wieder agitiertest du: achte auf die Hintergründe, verdammt, die hinter den Bildern liegen, unerkennbar, zögernd noch im Kommen…! So ist das Leben! Und später gingen wir nach Minnesota, dann wählten wir Barack Obama und dann starben wir letzten Sommer irgendwann. Denkt an uns, wenn Ihr dort seid!

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Bildstörung 20

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Verhängnis

Plötzlich angeschaut werden von irgendwelchen gestellten Bildern – 3D – im Schaufenster hinter den Kulissen bleibst du stehen und weißt auch nicht mehr so genau jetzt, was da auf dich zukommt oder was da eigentlich fotografiert werden sollte mit deinem Leben – arrangiertes Entsetzen, Tiere starren dich an und diese Blumenattrappen sprechen sowieso zu dir immer schon allegorisch verdammt von Kalamitäten und Möglichkeiten, die du nicht verstehst zum Beispiel oder dem Verhängnis, auf offener Straße erschossen zu werden von irgendwelchen Bildern – diesen Moment verdammt willst du nicht verpassen jetzt und bleibst stehen da, wo du bist – einmal wenigstens, einmal das Verhängnis nicht hängen lassen in diesem Leben wolltest du schon immer. That’s it!

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Bildstörung 21

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Glücklich sein in Bildern: Indianerinnen For Exempel

Glücklich sein in diesen Bildern stehen bleiben zum Beispiel, bis das Glück stehen bleibt in uns von heute auf morgen und übermorgen auch noch sich anlächeln zwischen irgendwelchen Kakteen mit den Augen rollen bis du sagst: das würde schon noch was mit uns eines Tages glaubst du aber heute nacht nicht oder das nächste Mal wäre alles möglich for Exempel Indianerinnen zum Beispiel Crazy Schnitte Horse damals for Exempel Exempel denke ich und mein Atem stockt for Exempel und ich lächle dich an wie Kleki-petra mit vor Begehren gespaltener Zunge und das Licht verschwendet sich über der Prärie wie dieser Apachenhimmel über dir und diese Volkslieder aus der Heimat: Heute blau und morgen blau und übermorgen wieder…

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Bildstörung 22

volks-bild

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STÖRE MICH NICHT

Störe mich nicht

Störe nicht unsere Bilder

Ineinander projiziert stehen wir in

Ihnen herum verdoppelt und -dreifacht

An nichts anderes mehr denkend als

An unsere schönsten Tage

Liegen sie dort draußen irgendwo

Noch rum diese Blumen?

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Bildstörung 23

juni 08/08

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Nebenkostenabrechnung

Und fast ein Jahr später

kam sie dann doch noch

die Nebenkostenabrechnung

für unsere Liebe von damals

unser Leben gemeinsam

in irgendwelchen Wolken

Häusern aus Licht und Verkleidung

am Meer oder Fluss – das alles

ich hatte es schon beinahe vergessen

den Schmerz, Rotwein auf deinen Hüften,

die wechselnden Tabletten, dein Schreien,

wenn wir uns über die Balkonbrüstung lehnten

beim Sex nachts, wenn die Nachbarn schliefen,

bis eben jedenfalls noch, und wir lachten

mein Gott, konnten wir Sachen damals

miteinander und du sahst mich an

als gäbe es nichts zu vergessen

in diesem Moment

für uns nicht jedenfalls

und die Laufzeit des Mietvertrags

wählten wir unbegrenzt wie das Glück

flüsterten wir und grinsten uns an

und ein Jahr später kam sie dann doch noch

die Nebenkostenabrechnung und fünf Worte von dir

– wie wir das regeln wollen? – und deine neue Telefonnummer

Und beinahe verabredeten wir uns wirklich

und saßen zusammen bei einem Kaffee,

wie früher beinahe

und rührten den Baileys hinein, extra viel Baileys

wie du es liebtest

und schütteten Rotwein nach

– zwei Karaffen beinahe –

und ich erinnerte mich an deine Hüften

und sagte es auch

und wir lachten

beinahe

jeder für sich

und rechneten nach, was es uns gekostet hatte

das alles damals – inklusive der Nebenkosten.

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Bildstörung 24

Volks-Bild November 2008

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DASS WIR DA SCHON ZUSAMMEN DRAUF SIND …!

Dass wir da schon zusammen drauf sind …! – Eigentlich war das doch gar nicht so gedacht mit uns damals. Alles eher so ein Zufall! – Aber was dann draus geworden ist! – Weißt du ja selber das alles, aber hätte auch anders ausgehen können, übrigens. – Hätte ja viel eher knallen können zum Beispiel dieser Luftballon. – Und dass gerade Gelb deine Lieblingsfarbe ist, konnte ja der Luftballon auch nicht wissen normalerweise. – Fühlte sich alles so leicht an damals jedenfalls. Und später haben wir uns geküsst und dein Sperma schmeckte nach Lavendel und so fing eben alles an zum Glück, dass wir da schon so zusammen drauf sind!

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Bildstörung 25

bild5

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Bildwiederholung / Monika

von Kurt Mondaugen

Kommt noch das mit dem Herbst, denkst du, kommt vorbei und war nicht zu erwarten oder doch, die Hand aus dem Nebel, der Schrecken auf den Gesichtern der Vögel, Raureif im Morgengrauen, kommt noch das: die erstarrten Bäume, das Übliche, erster Schnee, im Zimmer nebenan winselt ein Schmerzpatient, nicht du zum Glück, kommt noch das, jetzt mal ruhig! und mal anders das sagen! und sprechen durch das nicht hindurch winseln, schreien oder doch, doch verdammt! denkst du, kommt noch das mit dem Herbst, wiederholt sich immer, das Leben, die Bilder sowieso.